S*66gestalt beschaffen ist, daß der eingerichtete Knochensich bei der geringsten Bewegung wieder aus seinerLage rücket; daß, sage ich, der Wundarzt bei diesenUmständen eine Cirkulärbinde und noch überdemeine Menge Kompressen, Longuetten, u. s. w. an-leget, kann es nicht anders seyn, daß anstatt einerEiterung der Brand sich vielmehr einstellet. Dennindem nun durch die stark angezogene Binde 2c. derUmlauf der Säfte sehr gehindert wird, und docheine Menge Säfte durch die Quetschung ausgetre-ten sind und stocken, selbige auch durch die, mittelsder Umschlägen und warmen Binden vermehrte Hitzeam verletzten Theil, ungleich geschwinder und hefti-ger faulen, so ist wohl kein Wunder, daß in garkurzer Zeit die faulenden Theilchen dergestalt anMenge ſo wohl als ihrer geſtiegenen faulen Naturzunehmen, daß auf einmal, anstatt der Entzündung,der Brand sich einstelle, welcher sodann mehrentheilsnicht mehr zu genesen ist, weil durch die, aufschlechte Einsicht des Wundarztes beruhende Sicher-heit, die faulenden Theilchen sich nunmehro derge-stalt in den Säften müssen angehäufet haben, daßnicht selten gleich nach den Zeichen des Brandes amverletzten Theil auch selbiger den ganzen Körper ein-nimmt. — Wie leicht wäre aber diese Ursache desBrandes zu heben gewesen, wenn man vorerst aufdie Quetschung die nöthige Rüksicht genommen,die stockende Säfte so viel möglich wegzuschaffen,oder wenigstens für der Fäulniß auf alle Weise zuschützen.
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Anweisung für Aerzte und Wundärzte, um bei gerichtlichen Untersuchungen vollständige Visa reperta zu liefern : und wie die Rechtsgelehrten wissen können, ob von Seiten der Ersteren das gehörige beobachtet worden
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