57reitzbar wären und so leicht sich zusammenzögen,folglich die Ausführung der verdorbenen Theilchenauch nicht so behinderten, als bei dem andern; sowird niemand läugnen, daß nun umgekehrt, bei denVerletzungen der Lungen derjenige mit dem Lebendavon kommen, der an der Leberverletzung gestorbenseyn würde; und hingegen derjenige an der Wundeder Lungen sterben werde, der bei der Verletzungder Leber seine völlige Gesundheit wieder erhaltenhätte. Ein jeder siehet nun, daß dergleichen Fälletäglich vorkommen müssen; aber keiner zweifelt wohlauch, daß der Arzt diese vorhergehende Ursachennie bestimmen und als gewiß angeben kann, wennnicht selbige bei dem besagten Menschen noch vor er-haltener Verletzung bis zu dem Grad gestiegen wa-ren, daß sie nun schon widernatürliche Zufälle imKörper erregten.Es giebt ferner solche glükliche Konstitutionen,welcher Säfte einen so geringen Hang zur Fäulnißhaben, und deren absondernde Organen, bei nichtsonderbar behindertem Kreislauf, alle der Fäulungnahe gekommene Theilchen sofort aus dem Körperdermassen wegschaffen, daß sich selbige nie bis zu derMenge anhäufen konnten, daß dadurch auch nurein Wundfieber sollte erreget werden können 1).Bei1) Hierüber verdienet die sehr gelehrte und merkwürdigeDissertation des Herrn Prof. Fries, de Genes. ma-teriarum febres inflammatorias & lentas excitan-tium. Harderov. 1779. gelesen und studirt zu werden.
Druckschrift
Anweisung für Aerzte und Wundärzte, um bei gerichtlichen Untersuchungen vollständige Visa reperta zu liefern : und wie die Rechtsgelehrten wissen können, ob von Seiten der Ersteren das gehörige beobachtet worden
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten