Druckschrift 
3 (1830) Projectirtes Rath- und Ständehaus und Landstandsgebäude
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

io

die Summe von circa 63,6oo fl., welche Kosten sich aber bei Einschränkung auf che nachfolgendenbesonderen Verzierungen, auch wohl um 36oofl. und bei Versteigerung der Arbeiten, an die Wenigst-nehmenden, bei jetzt wohlfeilem Zeiten, als in welchen das Museum gebaut worden, auch noch umetwas Beträchtliches verringern werden.

In Rücksicht auf die anständige Ausführung dieses Gebäudes, das übrigens durchaus massiv von Stein,und solid aufzuführen seyn möchte; habe ich ins l>esondere zu bemerken, dass ich die äussere Ansichtnach der Würde eines solchen gemeinnützigen öffentlichen Gebäudes in einer einfachen Bauart ange-ordnet, und die charakteristische Bezeichnung desselben durch die oben in den Fronten der beidenHauptportale angebrachten Basreliefs zu geben gesucht habe.

Diese Basreliefs könnten, nach meinem Dafürhalten, etwa die Göttin Badens allenfalls in einer Muschelabgebildet, welche den Badischen Familienschild in der linken, und in der rechten Fasces hält, zuderen beideu Seiten der Badische Greif und der Löwe befindlich, vorstellen, angemessene Embleme,die verschiedenen Landestheile bezeichnend, könnten die Göttin Badens gleich einer Glorie umgeben,und dadurch die gesammten Ansprüche auf dieses gemeinschaftliche Landesgebäude andeuten.

Ausser diesen beiden Basreliefs und der 4 Candelaber im Ständehof, vor den beiden Vorzimmernder Repräsentantensäle, wären vielleicht nur noch die öffentlichen Säle der beiden Kammern zu malen,und etwa die übrigen Piecen mit einer einfachen Farbe anzustreichen, damit aller weiterer Aufwandumgangen, und die Execution nur auf das unumgänglich Nöthige und Zweckmässige beschränkt werde.

Was endlich

VI. die wirkliche Ausführung dieses Gebäudes betrifft, so wird es Wohl am angemessensten seyn,solches als Enterprise unter gehörige Aufsicht einem rechtlichen und erfahrenen Handwerksmann zu über-geben. Im Fall jedoch im nächstkommenden Jahr im November, bei der nächsten Zusammenkunftder verehrlichen Stände Gebrauch von dem Hause gemacht werden will, damit man nicht genöthigtist, wieder ein Locale zu miethen, und damit das auf das Gebäude zu verwendende Kapital nichtzwei Jahre unbenutzt bleibt, so wäre es erforderlich, dass so bald als möglich der Grundstein gelegt,und in diesem Jahre noch wenigstens das Souterain ausser dem Boden, Sockelhöhe heraus gebrächtwerde, um im nächstfolgenden Frühjahre an dem Bau ungehindert fortfahren zu können, damit etwazu Ende Junius das Bauwesen unter Dach gebracht, in den wärmeren Monaten Juli und August dasMauerwerk gut austrocknen, und im Spätjahr der Bau im Innern vollends ausgefertiget und beendetwerden könne.

Karlsruhe den aj, August 1820.

Weinbrenner.

Nachdem nun diese meine Risse mit dem Situationsplan vorgelegt, und in dem vorstehenden Berichtin der Kürze alle Motive über die Wahl des Platzes, über die finanziellen und artistischen Ansichten,