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3 (1830) Projectirtes Rath- und Ständehaus und Landstandsgebäude
Entstehung
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EI N LEI T U N G.

Der Baumeister Hermogenes soll, wie uns Vitruv , Buch IV. Cap. 5 und andereSchriftsteller melden, beim Bau des Bacchustempels zu Teos, nachdem er schon dieMarmorblöcke dazu auf der Baustelle hatte, den ersten Plan, nach welchem derTempel in der dorischen Bauart aufgeführt werden sollte, mit Bewilligung des Ma-gistrats, in den jonischen Baustyl verwandelt haben, weil er den dorischen Tempel-bau wegen des Frieses, nach welchem die Ecksäulen um etwas weniger weit vonihren nächsten Säulen, als die übrigen zu stehen kommen, nicht so vollkommenals den jonischen fand.

So wie sich demnach oft die Ideen des Baumeisters ändern können, wenn erunbefangen nach Ehre strebt, und seinen Werken, für die er mit ganzer Seelelebt, die grösstmöglichste Vollkommenheit zu geben sucht, so geschieht es auchnicht selten, dass die Bauenden von ihren ersten Ideen abgehen, was dann zwarohne Nachtheil der Sache geschieht, wenn der Bau noch nicht vorgerückt ist, undder Bauplan, mit beträchtlichen Abänderungen von den ersten Bauideen wieder neuumgearbeitet werden kann. Tritt ein solcher Fall aber wie gewöhnlich, währenddes Bauens ein, so ist eine solche Abänderung, zumal wenn der Bau in seinen Haupt-theilen bereits gediehen ist, öfters mit grossen Nachtheilen verbunden, weil einwohlüberlegter, und von allen Seiten gehörig durchdachter Bauriss nicht so leichteine wesentliche Abänderung erleiden kann, ohne dass das Ganze dadurch beein-trächtiget würde.

Da sich nun wohl kein Baumeister, welcher für jeden Bedarf des menschlichenLebens schon etwas ausgeführt, und der freien Ansicht des kunstliebenden Publi-cums vor Augen gestellt hat, rühmen kann, dass er dabei nicht hin und wiederdergleichen nachtheilige Einwirkungen auf seine Baupläne erfahren, und dadurchauch oft ungerechte Urtheile über sich ergehen lassen musste, so darf ich wohl hier