Druckschrift 
3 (1830) Projectirtes Rath- und Ständehaus und Landstandsgebäude
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

9Bei Berücksichtigung dieses Bedürfnisses, und dass nach Beschluss einer hohen Stände Versammlung derBau mit Einschluss des Ankaufs des Bauplatzes und des Ameublements nicht mehr als die Summe von80,000 fl. betragen sollte, und desshalb auf alle kostspielige Ausdehnung des Gebäudes, sowohl in demGrundplan, als auch in den Stockwerken Verzicht gethan werden musste, glaubte ich nach Erwägung allerConvenienzen die sammtlichen Baulichkeiten, und einen gemeinschaftlichen Hof, (Tab. VI IL und IX.) wel-cher 1 mit Säulen gezierte, bequeme Ein- und Abfahrtsportale hat, um im Trocknen ein- und aussteigen zukönnen, in der Art anordnen zu müssen, dass die beiden grossen Säle für die erste und zweite Kammer nachdem oben vorgeschriebenen Bedarf, unten zur ebenen Erde, und zwar ersterer von 48 Schuh Länge und3o Schuh Breite, ausser den erforderlichen Gallerien für die Zuschauer, und der andere öffentliche Saalfür die zweite Rammer inclusive des Zuhörerraums von 85 Schuh Breite und 55' Tiefe zu liegen kämen.

Zunächst diesen beiden Sälen liegen, wie es die Bisse Lit. B. C. und D. (Tab. VIII. und IX.) näherim Detail angeben, die Vor-, Secretariats- und Kanzleizimmer nebst Archiv, und die Wohnung fürden Hausmeister in bequemer Ordnung, wobei sodann die obere Etage mit der unteren durch bequemesteinerne Treppen verbunden ist. In dieser zweiten Etage befindet sich die Wohnung eines jeweiligenPräsidenten, die Commissionszimmer nebst der Gallerie für die Industrie- und Kunstausstellung etc.Auch befinden sich in diesem zweiten Stockwerke die Gallerien für die Zuhörer der ersten undzweiten Kammer.

Für die gehörige Proportion der Zimmer sind die Etagen zu 16 und 17' Höhe angenommen. Diebeiden Stockwerke erhalten demnach die Höhe von einem ordinairen dreistöckigen Hause und somit, mitder angrenzenden Kirche und dem Baumeister Fischer'schen in gleicher Fronte stehenden Hause, ein gehö-riges Ansehen und Verhältniss.

Noch habe ich zu bemerken, dass ich glaube, dass der grösste Theil des Gebäudes mit Souterains fürKeller und zu Brennholzbehälter angelegt werden sollte, damit die erforderlichen Holzremissen, wennsolche nicht an die Baumeister Fischer'sehe Scheide besonders erbaut werden wollten, umgangen,und die Keller etwa vermiethet werden könnten, um aus dem Miethzins die jährlichen Unterhaltungskostendes Baues bestreiten zu können.

V. Habe ich wegen Mangel an Zeit, indem mir erst vor 5 Tagen die Projeclhung des Ständehauseszugekommen, zwar keinen detaillirten Ueberschlag fertigen können, allein ich glaube Einer hohen Stän-deversammlung die Baukosten nach dem vorliegenden Bauplan eben so genau als zuversichtlich dadurchangeben zu können, dass ich dieselbe im Vergleich des cubischen Inhalts, mit dem hiesigen Museumberechnete. Der überbaute cubische Baum des Museums enthält (exclusive des Dachraums) circa426,168 Cub.Schuh, und der des Ständehauses nach dem vorliegenden Bauplan 678,338 Cub.Schuh.Wird nun angenommen, dass die Ausführung des Museums 4o>ooo fl. gekostet, und für diese Summeim Innern dieses Gebäudes weit kostbarere Schreiner-, Schlosser,- Maler,- Stucator- und Vergolderar-beit etc. gefertiget werden musste, als es das Ständehaus (bei welchem die Kanzlei-, Secretariatszimmeretc. den grössteu Theil ausmachen) bedarf, so beträgt die für das Ständehaus von 678,338 Cub.Schuh