Druckschrift 
Der Hofgarten zu Düsseldorf und der Schlosspark zu Benrath : von O. R. Redlich, Fr. Hillebrecht und Wesener. Hrsg. vom Düsseldorfer Geschichts-Verein zum 14. August 1893
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

Schlosspark und Anlagen zu Benrath.

uns, mit Dampfern und Segelbooten belebt, der breite Strom;am jenseitigen Ufer, soweit das Auge reicht, grüne Wiesen,Weiden und Felder. Stromaufwärts haben wir im Vorder-grunde das Dörfchen Urdenbach, am Horizont die Thürmedes alten Zons; abwärts das Elberfelder Wasserwerk,die Ortschaften Itter, Himmelgeist, Wersten und dahinterdie Stadt Düsseldorf.

Die den Park unmittelbar begrenzenden Ackerpar-zellen gehören zum Freiherrlich von Diergardt'schen GuteEndt", das wir links seitwärts, von Gärten umgeben,aus hohen Bäumen hervorlugen seben.

Weiter nach Westen von der Hauptallee aus in denWald einbiegend, haben wir wieder dichten hohen Bestand.Im nächsten Quartiere auf der äussersten westlichen Eckeeinen runden Teich, denKopfweiher", umgeben vonprachtvollen Waldbäumen.

Die Lisiere am Graben entlang dem Schlosse zu istmit riesigen Buchen besetzt, deren kraftvolle Aeste sich,wie zum Schutze des jüngeren Bestandes, den hier ander Wetterseite besonders heftig wüthenden Stürmenenergisch entgegenstrecken.

DerKopfweiher" gab ehemals durch einen in jüngsterZeit wieder vollständig hergestellten Graben Wasser nachdemKappeier Hofe" ab. Dort ist das ehemalige alteItterbachbett zum Theil noch vorhanden.

Die herrliche Allee, welche am Kopfweiher mündet,ist, wie die Hauptallee, eine Diagonale des ganzen Parkes,daher auch von gleicher Länge wie jene. Reizend sinddie lichten, im Sonnenlichte goldig schimmernden Par-thieen, welche wir zu beiden Seiten dieser Allee in' derNähe des Kopfweihers bewundern. Hier theilen sichBuche und Eiche in die ~Herrschaft, selten nur ist einanderer Waldbaum zu bemerken; üppig deckt in breitenGruppen das Unterholz den Boden. Wir wenden unswieder nach links in den dichten Wald, dem Mooswegefolgend.

Am Kreuzungspunkte unseres Pfades mit der nächstehAllee wandern wir an dunklen Taxus- und Tannengruppenvorüber in das letzte Quartier und gelangen, den Win-dungen des Weges folgend, wieder zur Hauptallee undzu unserem Ausgangspunkte zurück.

Kein Nachtheil war es für den schönen Benrather Park,wenn, wie wir gesehen haben, die nach Lenötre'scherVorschrift ursprünglich dem Ganzen auferlegten strengenFormen im Verlaufe der Zeit zum Theil ausser Acht ge-lassen wurden. Wir haben gesehen, wie der Wald unterder Einwirkung des langentbehrten, ihm dann im reichsten

^H^MMM