Historische Einleitung.
Von
Dr. Otto R. Redlich.
1. Verwandlung des alten Hofgartens zu Pempelfort ineine öffentliche Promenade (1769).
eit dem Tode des Kurfürsten Johann Wilhelm(8. Juni 1716) hatte Düsseldorf aufgehört Resi-_denz zu sein. Wenn damit auch die Glanzzeitder Stadt ihr Ende gefunden hatte, so wäre esdoch unrichtig, zu glauben, dass die bergischeHauptstadt nun völlig vergessen und verwahrlost wordenwäre. Zumal der junge Kurfürst Carl Theodor, demhier (1746) unter glänzenden Feierlichkeiten die Ständegehuldigt hatten, behielt fortan die Entwicklung und Ver-schönerung unserer Stadt im Auge und hat für Düssel-dorf sowohl wie für Benrath nicht weniger gethan, alser für die eigne Residenz hätte thun können.
Zunächst war seiner Einwirkung eine wesentlichebauliche Umgestaltung des alten Schlosses in Renaissance-stil (1755 durch Baumeister Nosthofen) zu danken. •
Kurze Zeit darauf, nachdem die Nöthe des sieben-jährigen Krieges und die französische Einquartierung
überstanden waren,gebäudes und des
erfolete die
Erbauung
des Präsidial-neuen Jägerhofes; beide Gebäudebekunden vornehmen Geschmack und zeugen noch heutevon der landesväterlichen Fürsorge Carl Theodors.
Der Kurfürst wusste für seine Verschönerungsplänedie rechten Leute zu finden. In dem Architekten Nicolasde Pigage gewann er den Schöpfer vornehmer Bautenund geschmackvoller Gartenanlagen, dessen Wirken zu-nächst der kurfürstlichen Residenz Schwetzingen zuGute kam. Dort entstand in den Jahren 1757—1762 eingewaltiger Schlosspark mit Orangeriegebäuden, Theaterund Zierbauten, einem Badehaus, künstlichen Ruinen,Tempeln und Moscheen, sowie grossartigen Wasserwerken.
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