14
Historische Einleitung.
buchen (fagus sylvatica), der Allee vom Flingerthor(Elberfelderstrasse) nach dem Hofgarten mit 100 Ahorn-bäumen (acer pseudo-platanus), der Landstrasse vomBerger Thor bis an die Neustadt mit 238 Pappeln (populusalba und p. Canadensis) und der Allee vom Flingerthordem Hauptkanal entlang um die Karlstadt herum (Königs-allee) mit holländischen Linden (tilia Hollandica) unditalienischen Pappeln (populus Italica). Um für diese An-pflanzungen guten Boden zu schaffen, wurde im Sommereine Austiefung der Landskrone vorgenommen und derSchlamm an diese Alleen gefahren. Auch im folgendenJahre setzte man dieses Verfahren fort und vollendetedie Anpflanzung der Hofgartenstrasse. Ausserdem wurdendie Ufer der Landskrone applanirt und mit ausländischenBäumen und Straucheln bepflanzt. Ebenso erfolgte dieBepflanzung der Allee längs dem Canal vom Flingerthorauf die Karlstädter Kaserne mit 750 Schwerbuchen und500 Pappeln.
Zu diesen Arbeiten wurden täglich 30 Arbeiter ver-wandt; die Kosten beliefen sich in jedem Jahre auf ca.3500 Thaler.
Das Jahr 1806 brachte für das bergische Land wiefür Düsseldorf grosse politische Veränderungen durch dasAufhören der pfälzischen Herrschaft am Niederrhein; seitdem 15. März dieses Jahres beherrschte Napoleon durchseinen Schwager Joachim Murat und später (15. Juli 1808)direkt unser bergisches Land. Aber dieser Umschwungder Verhältnisse sollte dem Fortgang unserer Verschöne-rungsarbeiten nur noch förderlich werden. Der mit be-
geisterten Reden aufgenommene Grossherzo?
Joachim legte
für diese Arbeiten lebhaftes Interesse an den Tag undim Einklang damit bewilligten die Landstände jetzt jähr-lich 40 000 Francs zur Vollendung des begonnenen Werkes.Somit konnten nun weit mehr Arbeiter angenommenwerden. Weyhe verblieb auch unter der neuen Regierungin seiner Stellung; er nahm sogleich Veranlassung, in einerausführlichen Eingabe an den Minister Agar sich überdie nothwendigen Arbeiten im Hofgarten und in derBaumschule zu äussern (13. Mai 1806). Er forcierte fürden Hofgarten speziell, also für die Instandhaltung derbereits vorhandenen Anlagen, 10 Arbeiter und einenGehülfen für die Sommermonate (April bis October) undsechs Arbeiter nebst dem Gehülfen für die Wintdrmonate.Und in einem Kostenanschlag, den er acht Tage späterauf Befehl des Ministers dem Grossherzog einreichte,berechnete er die Ausgaben auf 1198 Thaler 16 Stüber.Er betont ausdrücklich, dass hierin die Reparaturen
_--- _ ^_