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Der deutsche Garten des Mittelalters bis um das Jahr 1400
Entstehung
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friedlichen Zwecken,sehr häufig zum Stelldichein, das gar nichtimmer so ganz unschuldiger Natur ist. Es berührt unswenigstens komisch, wenn Isolde sogar ihr Bett in Baum-garten im Schatten herrichten lässt, wo sie denn auchrichtig mit Tristan abgefassst wird 1 ). Auch das jugend-liche Liebespaar, Flor und Blancheflor, geht nach derSchule gemeinsam im Baumgarten spaziren *), und derweise Aristoteles wird in einem solchen von der schel-mischen Fillis geritten. 3 )

Das bisher Gesagte gilt zum grössten Teile nur vonden Höhenburgen. Nun gab es aber auch viele Adeliche,welche in Wasserburgen, Dörfern oder kleinen Städtenwohnten. Ueber der ersteren Gärten können wir keinebesonderen Angaben machen; die Burgen aber in Dörfernund Städten bestanden meistens nur aus Steinhäusernoder Steintürmen, welche unter die Holzbuden der Bauernoder am liebsten in einen Fronhof des Burgherrn gebautwaren 4 ) Die Gartenverhältnisse solcher ritterlichen Woh-nungen unterschieden sich nicht von den dörflichen undbedürfen daher keiner besonderen Besprechung. Auch

die Stadtgärtenwaren in der Zeit des ersten Entstehens der Städte kaumvon denen der Bauern verschieden. Denn wodurch zeich-nete sich eine neugegründete Stadt viel vor einem Dorfeaus? Nur durch Mauern, Marktrecht und durch näher zu-sammengerückte Häuser. Eine Stadt konnte auf ver-schiedene Weise gegründet werden: entweder —und das

1) Tristan 18143 ff.

2) 758 ff.

3) Gesanitab. 2,413 ff. Ueber Spiele im ritterlichen Gartens. Karl Meinet 184, 1 ff., 52 ff.

4) Lamprecht, Wirtschaftsleben. S. 1308.