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nicht inzwischen einen Hort gefunden hätte, wo sie sichruhig und ohne Störung fortentwickeln konnte, näm-lich in den Klöstern. Wie die Klöster in Deutschlandüberhaupt höchst wichtige Culturcentren waren, so habensie auch in Bezug auf den Gartenbau den deutschen Landenunendlichen Segen gebracht, indem sie nicht nur die ein-mal eingeführten Pflanzen erhielten und bewahrten, sondernauch für ihre Verbreitung sorgten. Daher müssen uns jetztan zweiter Stelle
die Klostergär tenbesonders interessiren. Wir sind in der glücklichen Lage,aus dem Jahre 830 den Plan eines bedeutenden Klosters, desvon St. Gallen, zu besitzen. 1 ) Wenn auch dieser Baurissnicht ausgeführt worden ist, so zeigt er uns doch, wie mansich ein Kloster und den dazu gehörigen Garten dachte.Und ähnlich wird es in manchen andern Klostern ausge-sehen haben. Es werden da drei Arten von Gärtenunterschieden, nämlich Obst-, Gemüse- und Arzenei-kräutergarten.
Der Obst- oder Baumgarten sollte wohl in ersterLinie als Begräbnisplatz dienen. Er ist ein grosses vier-eckiges Feld, mit Mauern umgeben und auf der Seite derClausur mit einem (einzigen) Eingange versehen. Die5 Reihen Gräber gruppiren sich symmetrisch um das Kreuzin der Mitte; die weiten Zwischenräume sind mit ara-beskenartigen Zeichnungen ausgefüllt, neben denen 15Namen von Bäumen verzeichnet sind, mit Ausnahme desersten (mal-) der Reihe nach aus dem Capitulare de villis
1) Vgl. F. Keller: Bauriss des Klosters St. Gallen aus demJahre 820; Zürich 1844.
Dierauer: Ueber die Gartenanlagen im St. GallischenKlosterplan von 830 in : Bericht über die Thätigkeit der St. Gall.natuvw. Gesellschaft während des Vereinsjahres 1872—73.