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Der deutsche Garten des Mittelalters bis um das Jahr 1400
Entstehung
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Setzung von lacus leonum, weil die Löwengrube unver-ständlich erschien. In zweiter Linie ist es ein feuchter,bruchiger Wald; denn die Vorstellung, dass die Schlangenoder Drachen den feuchten Wald oder Bruch lieben, war da-mals schon lebendig. Die wurmläge endlich*) bedeutet nichteinen Ort, wo Schlangen liegen, sondern einen geschmücktenOrt, wo gespeist wird. Das Wort hat mit „Wurm" gar nichtszu tun, sondern hängt mit vermiculatum zusammen.

Werfen wir nun noch einen Rückblick auf das Ge-sagte, so sehen wir: Im Allgemeinen waren die ritter-lichen Gärten noch sehr primitiv. Traten wir in einensolchen ein, so fanden wir da kein buntes Bild von wohl-geordneten Blumenbeeten oder Fruchtfeldern, die durchgeschmackvolle Weganlagen getrennt sind, sondern eszeigte sich ein einfacher, ungepflegter, mit Klee und Un-kraut durchsetzter, vielleicht vielfach niedergetretenerGrasplatz, auf dem einige Bäume und ordnungslos ange-pflanzte Büsche von Rosen und Lilien das einzige Her-vorstechende waren. Der naive Mensch jener Zeit hatteeben schon an dem einfachen Grase und dem Laube ansich seine Freude und empfand noch nicht das Bedürfnis,der Natur durch Kunst nachzuhelfen *).

Aber die Gärten mussten ja auch möglichst einfach sein,da sie häufig zum Abhalten von Tournieren benutzt wurden 3 ).Doch wird dies nur dort der Fall gewesen sein, wo der ein-zige in der Nähe der Burg befindliche freie Platz zur Anlageeines Gartens verwandt worden war 4 ). Sonst dient er nur zu

1) 8. die Citate ebenda und die Ausführungen bei Heyne, dasdeutsche Wohnungswesen S. 361.

2) Diu schoene bluot, daz reine gras . . . Erec 8721 ff. Iwein6425 ff. Flore und Bl. 763 ft.

3) Ulrich v. L., Frauendienst 1579 ff. Partonop. 4057 ff.

4) In einem Garten vor Saragossa Kämpften Löwen undBären miteinander. Kolandslied 643 ff.