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Der deutsche Garten des Mittelalters bis um das Jahr 1400
Entstehung
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war wohl meistens der Fall—indem ein schon bestehendesDorf mit einer Mauer umgeben wurde, oder indem manan unbebauter Stätte planmässig eine neue Stadt anlegte ').War sie aus einem Dorfe hervorgegangen, so ändertensich die dörflichen Gartenverhältnisse natürlich zunächstnicht. Denn die Stadt bestand aus einzelnen Höfen, zuderen jedem nicht nur die Wohngebäude, sondern auchalle übrigen in dem Hofraume gelegenen Nebengebäude,die Stallungen und andere Oekonomiegebäude, so auchdie Gärten gehörten 2 ). Solche Höfe hatten daher zu-nächst einen sehr bedeutenden Umfang, bis sie dann späterzu neuen Ansiedlungen, neuen Strassen, freien Plätzen u,dgl. benutzt wurden. Dazu waren die alten Städte imVergleiche zu ihrem Umfange auch wenig bevölkert, sodass viele freie Plätze und Gärten unbenutzt dalagen undzu einem Hause mehrere Baumgärten gehören konnten s ).Stieg die Bevölkerungszahl aber, so mussten die Gärtenund häufig auch die Allmenden mit Häusern bebaut werden 4 ).Die Zeit dieser Umwandlung ist natürlich bei den ver-schiedenen deutschen Städten je nach der Zeit ihrerGründung verschieden. In Leipzig tritt noch im 15. und16. Jahrhundert der ursprüngliche Charakter, die Be-stimmung zum Betriebe der Landwirtschaft, deutlich her-vor; den Hofraum umgeben, nächst dem Herrenhause, Vor-ratsräume; Viehställe, Gesindewohnungen und Gärten, zu-weilen von ziemlicher Ausdehnung, schliessen sich daranan. In denjenigen Stadtteilen dagegen, wo Handel und

1) Auch aus der Erweiterung einer Burg entstand häufig eineStadt, cf. Heyne, das deutsche Wohnungswesen S. 143.

2) Maurer, Geschichte der Städteverfassung. II, 4.

3) Meyer', Urkundenbuch der Stadt Augsburg I, 270 (a. 1282.)

4) Maurer, a. a. 0. II, 123 f.