__ 'Jl __
Die Strasse von Aachen nach dem Rheine lief der jetzigen Adalbertslrasse heraus , wo hei der nunmeh-rigen Ketschenburg eine Brücke üher die Worm war, diesen starken Bach nennt Einhart Vurmius. l )
Einige Tage vor dem Osterfeste 829 , war in Aachen hei der Nacht ein Erdbehcn , begleitet von einemüberaus heftigen Winde , der nicht nur einen grossen Theil der Dächer der niedrigen Häuser des Flek-lcens wegnahm,, sondern auch viele der bleiernen Tafeln, mit denen die Hofkapelle pedeckt war, wegriss. )Vom November 828 bis Ende Juli 829 finden wir Ludwig in Aachen anwesend , wo er auch den Wintervon 829 und 830 verweilte. Während des Winters von 831 befand sieh der Kaiser in seinem PallasteAachen, Wie er dann fast immer allda überwinterte. Wenige Tage vor Weihnachten dieses Jahres kamsein Sohn Pippin , den er am 4. November auf die allgemeine Reichsversanimlung zu Diedenhofen ver-gebens eingeladen hatte, zu seinem Vater in Aachen , und als er von demselben ungnädig empfangen wordenwar , entfloh er in der Nachl des 26. Dccember nach Aquilanien.
Im Februar oder März 833 erhielt Ludwig in Aachen die Nachricht , dass seine drei Söhne ersterEhe sieh vereinigt hätten und gegen ihn anrücken wollten. Hierauf begab sich der Kaiser nach Worms ,Oonnatiae civitale), worauf er am 24 Juni mit seinem Heer gegen die Sohne anrückte. Der Pabst Gregorbemühte sich die Söhne mit dem Vater zu versöhnen und wieder zu vereinigen, Als aber Ludwig sicham 29. Juni von den Seinigen verlassen sah, und vom Plündernder Lauern bedroht, begab er sich indas Lager seiner Söhne. Diese verwiesen die Kaiserin Judith nach Torlona in Italien. Lothar führte seinenVater, den Kaiser, gefangen mit sich,""von dem er seinen Halbbruder Karl trennte und diesen in dasKloster Prüm führen Hess.
Am Vorabend von St. Andreas , den 29. November kam der noch immer gefangene Kaiser in Aachenan, als aber die andern Söhne., Pippin und Ludwig zu seiner Befreiung heranrückten, floh Lothar mit sei-nem gefangenen Vater nach Paris. Wo er am 28. Februar 834 aus Furcht vor dem schon auf dem linkenUfer der Seine stehenden Pippin , und dem nahenden Ludwig entfloli und den Kaiser frei liess, der wie-der mit den kaiserlichen Zierden bekleidet wurde. Bischöfe und Grafen brachten die Kaiserin aus Italienzum Kaiser zurück.
Am 5. April des gemeldeten Jahres feierte der Kaiser mit seinem Sohne Ludwig den Baicrnkönig imPallasle Aachen Oslern , und verweilte allda bis Ende Juni. Vom 2G. November bis Ende April 836,wie auch vom 25- Dccember bis Ende März 837 überwinterte der Kaiser hier. Im Oclober des letztenJahres kehrte er nach Aachen zurück, um dort den Winter zuzubringen. Sein Sohn Pippin König von Aqui-lanien starb den 13- December 838-
') In translationc ss. Petri et Marcellini marlyrum, bei den Bollandistcn. I. o. in dieser Schriftnennt Einhart Eschweilct Ascrüarem fundum regium, und Jülich Juliacum antiquum muniripiumauch vicum
~) Uumiliotes nennt sie Einhart im Gegensatz der Häuser der Grossen, die höher aufgeführt warenund aus wehren Geschossen bestanden, Einhardi annal. I. c. pag. 218.