Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13

801 von Rum ab und langte im Spätjahr wieder in Aachen an , wu er im November eine Kirchen-versainmlung hallen Hess und überwinterte.

Nach der Lebensbeschreibung Karl d, G. von einem unbenannteu Mönch war 801 in Aachen und denbenachbarten Gegenden ein Erdbeben , dem Menschensterben folgte. ')

Am 20. Juli 802 langte der Jude Isaac in Aachen an , und übergab dem Kaiser die Geschenke desKönigs von Persien A.iron , bekannter unter dem Namen Ilaroum al Raschid , Kalif von Bagdad, unterwelchen der Elephant , welcher Abulabaz hiess.

Nach der Anekdotensammlung über Karl d. G. von einem Mönch des Klosters St. Gallen "-) befanden sichunter den Geschenken auch Affen , Balsamöl, vielerlei Salben, Farben und dgl.

Auch befanden sich dabei ein Zell und ein Stundenmesser aus Messing, mit mechanischer Kunst wunderbar zu-sammengesetzt, auf welchem sich nach einer Wasseruhr ein Zeiger durch zwölf Stunden drehele, mit eben so vielehernen Kügelchen , die, wenn die Stunden voll waren , auf ein drunter gestelltes metallenes Becken fie-len , und durch ihren Fall das Becken klingen machten. Wobei zugleich zwölf Reiter nach der Zahl derStunden durch zwölf Fenster hervorkamen , und durch den Stoss des Heraustretens eben so viel Fenster,die vorher offen standen, schlössen. Auch zwei Leuchter aus Messing von wunderbarer Grösse undSchlankheit. Welches Alles in den Pallasl Aachen zum Kaiser gebracht wurde. Der Elephant aber kam ein paarJahre vor den übrigen Geschenken Aarons , wie der ächte Text Einhalts richtig enthält.

Im October des Jahres 802 wurde in dem Pallasle Aachen eine grosse Kirchenversammlung gehallen ,welcher Paulinus , Patriarch von Aquilea Statt des Pabstes präsidirte. Karl überwinterte in Aachen undfeierte allda das Weihuachts- und am IG- April 803 das Osterfest. Am 13- Juni war er wieder in Aachen,wie auch um Weihnachten, In dem eben angeführten Jahre wurde der Pallast Aachen von Erdbebenerschüttert. 3 j

Im November des Jahres 804 ertheilte er aus seinem Pallaste Aachen eine Urkunde, und als er die be-stimmte Nachricht erhielt , der Pabst Leo wolle Weihnachten mit ihm feiern, schickte er demselben seinenSohn Karl bis zum h. Moritz , einer berühmten Abtei in Savoyen , entgegen. Er selbst kam mit demPabst in der Stadt R hei ms (Remis civitale) zusammen , und feierte mit ihm das Weilmachls-Fest in derVilla Crecy (Carisiaco villa). Hierauf verfügte sicli der Kaiser mit dem Pabste nach Aachen, wo dieser die

1 ) Käroli M. vita a monacho quodam. pag. 58- Edit. argentorati 1685.

2 ) Sie sind ums Jahr 884-87 geschrieben worden, und verdienen als alte Nachrichten wohl, aber

doch behutsam beachtet zu, werden, wenn aber seine Angaben mit Einhart und andern altembewährten Schriftstelleren in Widerspruch stehen, verdient er toenig Glauben. Die Fabeln, welcheein Dichter von Karls Leben wahrscheinlich im Anfange de.-: \2ten Jahrhunderts unter demNamen des Erzbischofs von Reims , Türpin erdichtet hat , sind längst ah solche anerkannt undbedürfen keiner weitem Widerlegung.

3 ) Regino. chronicum bei Pertz I' c, pag, 5(33-