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Über Stadt und Stift Werden und dessen Verhältnisse zu den Grafen von der Mark : staatsrechtlich bearb.
Entstehung
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349Helmstädt war das älteste christliche Got-teshaus jenseits der Weser.Mit dem gelehrten protestantiſchen Pro-fessor Neuhaus zu Hamm stand er sowohlals sein Vorherr auf besonders freund-schaftlichem Fusse. S. Neuhaus otia parergap. 347. 617. 618. 655. 661.3) Bei vielen andern Fähigkeiten befaß ereine vollkommene Menschenkenntniß. Erfand nirgend mehr Vergnügen, als indem Kreise seiner Untergebnen. Er waraufrichtig, ohne die geringste Zurückhal-tung, rein, wie geläutertes Gold, undsich immer gleich. Vor den Fürsten ebenso freimüthig, und offenherzig, wie vorseinen Unterthanen. Aller Processe Todtfeinderkundigte er sich täglich um die Geschäfte,indem er zur Kanzlei gieng, und die Par-teien in der Güte auseinander zu bringenſich bemuͤhete. Einmal rief er einen Wirth,den er schon öfter bemerkt hatte, und der wie-der im Begrif war, ein Memorial zurKanzlei zu bringen, zu sich, und sagte ihmin dem herzlichsten Tone eines wohlmeinen-den Freundes, er mögte sich doch bei sei-nem Kranen halten, und das Brieftra-gen aufgeben. Diese Anechote wird man-chem klein ſcheinen, für Werden aber bleibtſie wichtig. Nirgend ſind Federkriege ſchäd-licher, als an kleinen Orten. Sie entfer-nen die Gemůther, welche sich ihrer Wech-selseitigen täglichen Bedürfnisse wegen im-mer enger anschliessen sollten. Die StadtWer⸗