55249werden kann, da findet man ihn nicht leicht, erhabe sich denn dahin verirrt. Er geht Verbindun-gen ein, doch keine andre, als wovon er sich Ver-gnügen verspricht; die übrigen, wo Thätigkeit, an-gestrengtes Nachdenken und Aufopferung erfordertwird; sind ihm ein Gräuel. Er übernimmt allen-falls kleine Geschäfte, aber sie dürfen keinen Fleißund keine ausdauernde Thätigkeit erfordern, dürfenihn auch nicht im Genusse des Vergnügens hindern.Er hascht nach Büchern, und greift sonder Auswahlblindlings zu nach solchen, deren Titel ihn irgend eineangenehme Geschichte, unterhaltende Auftritte, sei-ner Einbildungskraft schmeichelnde Bilder und der-gleichen erwarten läßt, und wie bald weiß er dertodten Freunde los zu werden, wenn sie seinen Ver-stand belehren wollen und sein Nachdenken verlan-gen. Die Freunde, mit welchen der Mensch um-geht, deuten wohl oft seine Denkungsart an, undso sind auch oft schon blos diese todten Freunde, beydem Vergnügungsfüchtigen die bekannten armseligenblos auf flüchtige Unterhaltung berechneten Mode-schriften, seine Verräther. — Thue ich wohl unsermZeitalter Unrecht, meine Freunde, wenn ich dasselbeder Vergnügungssucht beschuldige? wenn ich behaupte,daß diese der Götze sey, dem ein beträchtlicher Theilvon Menschen heut zu Tage dient? Ist es wohl zuviel gesagt, wenn ich hinzusetze, daß dieser Götze
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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249
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