294SFinger erkennen und anbeten müssen, auch wir nichtselten, wenn wir die Geschichte Jesu von Nazarethlesen. Von seiner Geburtsgeschichte undvielen andern auffallenden und unbe-greiflichen Ereignissen seines Lebenswill ich diesmal nichts sagen; auch nichts von denvielen wunderbaren Thaten, womit er nachdem Berichte der Evangelisten sein Leben zum Trosteund Heile vieler Unglücklichen bezeichnete. UnsreBetrachtung gehe für diesmal von diesen Puncten abund bleibe reinmenschlich: lasset uns nur einmaldaran denken, wie er das, was er als Mensch ge-worden ist, grade zu seiner Zeit und in seinem Landehat werden können, lasset uns seine Bildung un-ter dem jüdischen Volke erwägen. Wie mußteer sich durch die Unwissenheit, die Vorurtheile unddie Verschrobenheit seines Volks durcharbeiten! welcheine Macht gehörte dazu, um da im Strome desVerderbens fest und rein zu bleiben! Gewiß wares keine Kleinigkeit, daß er sich von dem niedrigenSinne des Eigennutzes frey hielt und nur der Wahr-heit sein Leben widmete, indeß sein Landsleute rundum ihn her Wucher trieben und fast nur an Goldund Silber dachten; — keine Kleinigkeit, daß er seinSinnen und Tichten auf die Erleuchtung der Men-schen richtete, indeß sein Volk vor Freyheitswuthbrannte und bey jeder geringen Veranlassung die Waffen
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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