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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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⁵⁰zuschauen, als wie ein Mensch den andern anschaut,um ihn nach Würde und Verdienst kennen und schätzenzu lernen. Man braucht nur ganz unbefangen, ohnealle vorgefaßte Meynung, seine Denkungsart undseine Thaten in Erwägung zu ziehen, so wird manes, man habe an das, was die Kirche von ihm lehrt,Glauben oder nicht, auf jeden Fall ohne alles Be-denken gestehen müssen, er verdiene mit dem vollkom-mensten Rechte die in unserm Texte stehenden Namenund die Verehrung aller derer, welche wahre Würde undwahres Verdienst zu erkennen wissen. Einer solchenunbefangenen Betrachtung sey diese Abendstunde ge-widmet! Wer wie Nathanael nicht glaubt, dem rufenwir mit Philippus zu: komm und sieh! (Joh. 1,46.)-..I. Wunderbar ist sein Name. Der Leicht-sinnige, der Religionsverächter sieht freylich nirgendsGottes Finger. Aber der ernste, bescheidene, gläu-bige Mensch erkennt seine Kurzsichtigkeit und erwar-tet es nie, daß vor ſeinem Blicke Alles offen liegensoll. Er erforschet mit Anstrengung; wenn er aberdie Gränzen seines Wissens und Verstehens erreichthat, so schweigt er und betet an. Ja, er findet dieganze Schöpfung und die ganze Weltregierung Got-tes voll von Wundern, und es ist ihm Alles, wasfür Weisheit, Tugend und Glückseligkeit auf Erdengeschieht, Gottes Werk. So schweigen, Gottes