95#ergriff; — keine Kleinigkeit, daß er es über sich ver-mochte an die Mittel zu denken, um die Menschenzur Eintracht, Weisheit und Frömmigkeit zu erziehen,indeß man rund um ihn her an den Thron Davidsund an den Schemel seiner Füße dächte; — keineKleinigkeit endlich, daß er den Entschluß faßte, ewi-ges Heil über die Völker der Erde zu bringen, indeßseine Mitbürger einen feindseligen Haß gegen dasganze übrige Menschengeschlecht hegten. Gewiß,man muß über die ungewöhnliche Hohheit des Gei-stes erstaunen, die sich mit einer solchen Macht überdas widrige Geschick zu der erhabensten Höhe derWeisheit und Tugend erhebt; man muß schweigenund bewundern, daß er unter so vielen Hindernissenund bey so wenig günstigen Umständen der gewordenist, wofür ihn jetzt so viele tausend Menschen ver-ehren! — Nehmet hierzu nach die Ausbreitungseiner Lehre unter so viele Völker unddas fortdauernde Bestehen seines An-ſehens: wie auffallend und wundergroß erſcheinter uns auch darin. Viele und trefliche Früchte auswenigen Saamenkörnern bey der schlimmsten Wit-terung erwachsen, erblicken wir! Wahrlich, GottesHand waltete über ihm und über seinem Werke.Die jüdischen Großen und Vornehmen, die über denunangesehenen Jesus weit wegsahen, wo ist ihr Ruhm,ihr Glanz? Er ist verschwunden, wie der Nebel
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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