⸸28ßen haben. Wir fahren vielmehr höchst unbesonnenfort, sie auf der widernatuͤrlichen Bahn zu erhalten.Wir behandeln sie als Erwachsene; sprechen mit ih-nen über das Thun und Lassen erwachsener Leute;lassen sie wie Erwachsene mitsprechen; legen ihremUrtheile so viel Werth bey, als hätten sie schon diegründlichsten Einsichten und die reichste Erfahrung;lehren sie den Ton, die Gebehrden, den Anstandund die Sitten der Erwachsenen annehmen; verlan-gen von unsern Hausgenossen, von unsern Freunden,Bekannten und Gesellſchaftern, daß ſie dieſen unſernalten Kindern, wie uns selbst, begegnen und siemit der den Erwachsenen gebührenden Aufmerksam-keit behandeln sollen; kurz, zwingen ihnen durch un-ser ganzes Benehmen einen Character an, der ihrejugendliche Gestalt gar übel kleidet und sie aus dernatürlichen Ordnung hinaushebt. Ja, wie häufigversündigen wir uns an dem unschuldigen Kindersinnschon viel früher, indem wir die Achtung, die wirallen Kindern ohne Ausnahme schuldig sind, aus denAugen setzen; indem wir in Gegenwart unsrer Kin-der nicht daran denken, daß sie zugegen sind; indemwir bey unserm Reden und Betragen auf die Unacht-samkeit und Flüchtigkeit unsrer Kinder zu viel rech-nen; indem wir durch unbehutsame Worte und leicht-sinniges Benehmen ihre unschuldigen Seelen verder-ben; indem wir sie ohne Ueberlegung und Besinnung
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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283
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