2825Erwachsenen herüber. Hier wird dann ihr kindlichesWesen allmählich unterdrückt. Sie sitzen in unsermKreise und vergessen ihre jugendlichen Spiele; siehören, was wir Erwachsenen mit einander sprechen,wie wir denken, wie wir die Dinge ansehen, wie wirurtheilen, wie wir wünschen; wir lassen sie Theilnehmen an unsern Unterredungen; ermuntern sie zueiner solchen Theilnahme durch das Wohlgefallen,welches wir darüber bezeigen, oder wohl gar durchLob, welches wir ihnen deshalb ertheilen. Wobleibt nun ihr kindlicher Frohsinn? ihre kindliche Un-befangenheit? ihre kindliche Genügsamkeit? ihre kind-liche Unschuld? Dies alles, v alles dieses Kindlicheverschwindet allmählig und viel eher, als die Jah-re der Kindheit vorüber sind. Steifer, widerna-türlicher Ernst beschleicht ihre Seele; sie fassen Ge-danken auf, die sie nach dem Gange der Natur erstspäterhin denken sollten; es werden Empfindungenund Gefühle in ihnen rege, für welche ihr Geistund ihr Körper noch zu jung ist; es treten Bildervor die Augen ihres Geiſtes, die ihren Neigungeneine verkehrte Richtung geben; sie bekommen Triebeund Wünsche, über denen das Wachsthum und Blü-hen ihres Körpers, wie die Bildung ihres Geistesund Herzens leidet. Selten ahnden wir es, daßnun schon unsre Kinder ihre Kindlichkeit ausgezogenund die rechte Bahn, die Bahn der Natur, verla-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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282
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