276#hat in seinem Lebensjahre seine Zeiten, in welchener sich allmählig und ordnungsmäßig entwickeln muß,um das zu werden, was er zu werden bestimmt ist.Das Wachsen, Blühen und Reisen des Menschenbesteht aber im allmähligen Fortschreiten im Denken,Empfinden und Handeln. Im Frühlinge seines Le-bens soll nun der Mensch nicht schon die Früchte desSommers tragen, und kein Erzieher soll es daraufanlegen, in dieser Blüthenzeit, der Natur seinesZöglings die gereiftern Sommerfrüchte abzuzwingen.Dieses Abzwingen soll er für eine eben so widerna-türliche Unordnung halten, als die seyn würde,wenn erst im Sommer des Lebens die Frühlings-blüthe erschiene. Oder mit andern Worten und ohneBild zu reden: in seiner Kindheit soll der Menschkein Jüngling und keine Jungfrau seyn und als solchedenken, empfinden und handeln wollen; als Jüng-ling oder Jungfrau soll er es nicht darauf anlegen,schon der Erwachsenen Menschen Gedanken zu den-ken, Gefühle zu hegen und Handlungen nachzuah-men. Wer seine Kinder erzieht, soll daher auch nichtdarauf hinarbeiten, daß diese als Kinder schon denJünglingen und Jungfrauen, noch auch als Jüng-7.10linge und Jungfrauen den Erwachsenern und Bejahr-tern gleichen sollen. Dies hieße, der Zeit voreilenund gegen die Ordnung der Natur anstreben. Ersoll ein solches Voreilen für eine eben so große
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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276
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