50275es noch einmal: unsre Kinder werden zu früh reif,und daran sind wir, wir Eltern selbst, Schuld. —Alles hat seine Zeit, sagt der weise Salomo. Esgiebt in der ganzen Natur eine gewisse Ordnung,worin Alles geschieht, Alles sich entwickelt. JedeZeit hat ihr eigenes Werk, und in jeder Zeit soll gradedas und nichts anders zu Stande kommen, als was indiese Zeit gelegt, von Gott hineingelegt ist. DerFrühling treibt seine Blüthen und der Sommer bringtdie aus der Blüthe hervorgehende Frucht zur Reife.So wenig es in der Ordnung wäre, wenn erst derSommer die Blüthen des Frühlings brächte, ebenso sehr wäre es gegen die Ordnung der Natur, wennschon der Frühling die Früchte, die dem Sommer an-gehören, trüge. Nun kann zwar der Mensch, durchseine Kunst und Gewalt, der Zeit in ihren Verrich-tungen vorgreifen; er kann schon vor dem Aufgrünendes Frühlings die Früchte des kommenden Sommerszur Reife bringen; er kann eine künstliche Wärmeanwenden, die Kälte der Natur und den Nachtfrostabhalten, um die Früchte der spätern Jahreszeit zuerzielen; aber dann verfährt er widernatürlich undgegen die Ordnung, die der Schöpfer bestimmt hat.So ist auch dem Menschen seine Zeit gesetzt und dieOrdnung bestimmt, in welcher er nach Körper undnach Geist wachsen, blühen und reisen soll. Auch erS 2
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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275
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