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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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272#sie und lassen sie preisen; da bilden dann bald dieKinder sich ein, sie seyen schon viel mehr, als siesind, und warten ein anderesmal in Gesellschaften schondarauf, ob sie noch nicht wieder gepriesen werden:nun, so lasset uns nicht also thun! Sehet, da rufenEltern ihre Kinder herbey, um Freunden und Be-kannten alls zu zeigen, was sie können und verstehen,hören das Lob der oft unverständigen Freunde undBekannten mit Wohlgefallen an; und da empfindendenn die Kinder bald innige Freude über das Lob,das ihnen widerfährt, und fangen an, auf solches Lobbegierig zu werden: nun, so lasset uns nicht asothun! Sehet, da ermuntern Eltern ihre Kinder zumLernen, zur Arbeit, zur Verträglichkeit, zum Ge-horsam, und stellen ihnen unaufhörlich dabey vor,wie sehr sie sich dadurch bey andern Leuten geachtetund beliebt machen, wie viel Ehre sie sich dadurcherwerben werden; da wurzelt dann bey den Kindernbald die heillose Ehrsucht ein, die nur nach Lob undRuhm, nach Glanz und Schimmer trachtet: nun,so lasset uns nicht also thun! Sehet, da lehrenEltern ihre Kinder gegen ihre Empfindung und Nei-gung ein feines Betragen annehmen, um nur andernLeuten zu gefallen; leiten sie an, sich um andererLeute willen schöner zu kleiden, um anderer Leutewillen angenehmer zu sprechen, um anderer Leutewillen sich anständiger zu betragen; da setzt sich dann