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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
257
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#57üppigen Gesellschaften oder am Spieltische auf dieunverantwortlichste Art verbracht; die feyerlichenStunden des Morgens, die Jene zur ruhigen Ueber-denkung der Tagsgeschäfte und zur andächtigen Stim-mung ihres Gemüths anwendeten, wie werden diesejetzt von so Manchem verschlafen, verträumt, odermit unnützem und thörichtem Putze vertändelt. WieViele schwärmen von einer Arbeit zur andern ab,ohne eine zu vollenden. Wie Viele treiben sich imLeben unter tausenderley Gedanken, Sorgen, Zer-streuungen und Mühen umher, ohne von einem ein-zigen würdigen Berufe und seinen Sorgen und Ar-beiten voll zu seyn! Wie Viele geben sich einer wil-den Zerstreuung, einem flüchtigen Treiben und Drän-gen Preis, wodurch sie ihrer eignen wahren Ehreund ihres eigenen wahren Glücks so ganz und garversehlen! Daher kömmt es denn, daß man sohäufig über schlechte Arbeiter klagen hört; daherkömmt es denn, daß es den Menschen so häufigmit ihren Bemühungen mislingt; daher kömmt esdenn, daß man so häufig seine Arbeit so schwer unddrückend findet und sie ohne Freudigkeit und Lustvollbringt; daher kömmt es denn, daß man sohäufig unzufriedene Familien, misvergnügte Ehenund häuslichen Uebelstand antrift! Wahrlich, esmuß für den, dem das Wohl und die Würde seinerNebenmenschen am Herzen liegt, ein äusserst drü-nj. 1.