5•855einfaches Geschäft, welches er bestmöglichst auszufüh-ren sich bemühte, als daß er mehrere Arbeiten unter-nommen hätte, wozu seine Zeit und seine Kräftenicht hinreichten. Vormals arbeitete man mehr mitganzer Seele, mit sorgfältiger Ueberlegung, in regel-mäßiger Ordnung; Hausväter und Hausmütter hiel-ten ihre Untergebene, Eltern hielten ihre Kinder da-zu an, ihre Geschäfte nicht eher anzugreifen, bis siesie gehörig erwogen und angeordnet hatten; manüberlegte schon am Abend, ehe man in den Freunde-kreis sich setzte oder zur Ruhe sich legte, die Ar-beiten des folgenden Tages; man ließ nicht gernsein Tagewerk unvollendet liegen und schämte sichunvollbrachter Arbeit. Bey einem solchen Benehmengelangen die Bemühungen; man that das Seinigemit Freudigkeit; es herrschte Fröhlichkeit im Hause;man war zufrieden in seinem Herzen; es ward durchMühe und Arbeit etwas ausgerichtet, des HausesWohlfahrt gegründet, die Geſundheit geſtaͤrkt, derSinn erheitert; und wenn der Mensch zu Grabegieng, so konnte er mit Fug und Recht sagen: ichhabe einen guten Kampf gekämpft. Ach, meineFreunde, ich weiß nicht, ob es euch so geht, wiemir, wenn ich diesen Ausspruch des Apostels lese,oder wenn ich den Ausspruch Sirachs vernehme:(Cap. 51, 35.) sehet mich an, ich habe eine kleineZeit Mühe und Arbeit gehabt und habe großen Trost
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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255
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