8540und unsteten Menschen sind zwar in ihrem bestimm-ten Geschäfte thätig, aber in ihrem Thun und Las-sen ist keine Ordnung; sie wirken ihre Werke nichtin der gehörigen Folge, nicht zur gehörigen Zeit,nicht am gehörigen Orte, nicht auf die rechte Artund Weise. Andre zerstreuen sich durch zu viele undzu vielerley Geschäfte; sie haben zu mancherley zubedenken und zu besorgen, als daß sie bey Einer Ar-beit lange genug verharren könnten, um sie gehörigzu Stande zu bringen. Und noch Andre vollendendas nicht, was sie anfangen; sie beginnen ihr Werkmit Eifer und Wärme, aber ihre Wärme erkaltet,ihr Eifer erlischt, ehe und bevor sie dasselbe vollbrin-gen, ja oft lassen sie sich schon durch die ersten vor-kommenden Schwierigkeiten von der Vollführung des-selben abschrecken. In der Arbeitsscheu besteht eigent-lich dieser Fehler.O er war vormals so herrschend nicht, als erjetzt zu seyn und noch immer mehr zu werden scheint.Vormals wußte man nicht besser, als daß der Menschzur Arbeit gebohren sey; die schlimme Sitte, derArbeit auszuweichen, war noch nicht so gebräuchlich;der eine stand neben dem andern in seinem Tage-werk und Keiner, auch der Begütertste nicht, schämtesich der Arbeit. Vormals unternahm der Menschnicht leicht zu viel; lieber beschränkte er sich auf ein
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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