#55wisset nicht, wie große Ursache ihr habet, eurenEltern zu danken, die euch so manchmal in Schran-ken halten, wenn ihr mit andern unglücklichen Kin-dern dem Vergnügen nacheilet! Einst werdet ihr esaber einsehen, wann ihr es recht lebendig erkennt,daß das menschliche Leben kein Jahrmarkt und mensch-licher Wandel kein Scherz sey! — (B. d. Weish. 15,12.)II. Lasset mich, meine Freunde, einen zweytenFehler nennen, auf den wir heut zu Tage bey derErziehung unsrer Kinder vorzüglich Rücksicht zu neh-men haben: Flatterhaftigkeit und Unste-tigkeit in der Arbeit. Er ist mit jenem aufsgenaueste verwandt und eine der ersten und natür-lichsten Folgen desselben. Wer dem Vergnügen garzu sehr ergeben ist, wird in der Arbeit flatterhaftund unstet seyn. Daß Mancher bey der Vollbrin-gung seiner Geschäfte nicht den gewöhnlichen Ganggehen will, sondern von der gewöhnlichen Verfah-rungsart gern abweicht, neue Versuche anstellt, aufneue Erfindungen bedacht ist; das ist es nicht, wasden Tadel verdient, das ist vielmehr gut und rühm-lich. Bey der Flatterhaftigkeit liegt immer ein ge-wisser Mangel an Ueberlegung, verbunden mit Flüch-tigkeit und Zerstreutheit, zum Grunde. Und dem Un-steten fehlt es an Muth und Lust zum Ausdaurenin seiner Arbeit. Einige von solchen slatterhaften
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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