247⁵⁹Essen und Trinken sie labt. Bey andern aber ist dieVergnügungssucht feinerer Art. Diese verfahren zumTheil gewissermaaßen gründlich, indem sie Lehrsätzeaufstellen, durch welche ihre Vergnügungssucht zueiner Tugend erhoben werden soll. Sie gehen vondem Satze aus: der Mensch sey zur Freude geboh-ren. Wie wäre es bey der Annahme eines solchenSatzes wohl anders möglich, als daß die Seeleendlich und zuletzt ganz und gar zum Vergnügen sichhinneigt und ihre ganze Kraft auf die Erstrebungdesselben verwendet! Denn ist das Vergnügen meinhöchstes Gut und bin ich dazu gebohren, überallund immer das Vergnügen zu suchen: nun, so wer-de ich bey allem meinem Thun und Lassen darauf sin-nen müssen, dieses Vergnügen zu finden; ich werdealle Beschwerden so viel als möglich zu vermeiden,von Arbeiten und Geschäften stets die angenehmereund bequemere vorzuziehen, mein Leben aufs leichtesteund bequemste einzurichten, so viel Genuß und Er-holung als nur immer möglich ist, aufzuspüren be-müht seyn; ich werde alles aufbieten, was ich durchmeinen Verstand, durch mein Geld, duch meineEinbildungskraft, durch meine Freunde, duch meineUntergebene, durch meine Bekannten vermag, ummeine Lebenstage, so ununterbrochen es nur gesche-hen kann, mit mannichfaltigen Vergnügungen zuwürzen. O welch eine Schaar von Menschen ist in
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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