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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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24640Lehrer in Schulen und Kirchen, konnte auch den hei-tersten Kindern nicht viel anders, als diesen trübenErnst einflößen. Wenn unsre jetzige Jugend gegeneinen solchen Ernst eine Abneigung bezeigt und da-gegen fröhlicher gestimmt ist, so ist es diese Stim-mung keineswegs, welche der Tadel trifft. Eine fröh-liche Jugend haben Gott und Menschen lieb undder Frohsinn ist grade die rechte Stimmung, worinWeisheit, Liebe, Freundschaft und jegliche Tugendam besten gedeiht. Auch ist hier nicht von demnatürlichen Triebe des Menschen zur Freude die Re-de. Dieser liegt im innern Wesen des Menschenund soll in dem Unmündigen so wenig als in demErwachsenen unterdrückt werden. Vielmehr ist das,was wir Vergnügungssucht nennen, nicht ein na-türlicher, sondern ein angewöhnter Fehler, ein Feh-ler, der schon zur andern Natur geworden ist; sieist der Hang zum Vergnügen. Ein Blick auf dieMenschen, wie sie häufig sind, lehrt uns diesen Feh-ler leicht erkennen. Von den Vergnügungssüchti-gen sind Einige grobsinnliche Menschen, die haupt-sächlich nur daran denken, nur dafür sorgen, wiesie ihre körperlichen Bedürfnisse und namentlich dieBedürfnisse ihres Gaumens aufs leichteste und reich-lichste befriedigen wollen. Diese können weder aussernoch in ihrem Hause, weder im Kreise ihrer Freundenoch in stiller Einsamkeit Freude haben, wenn nicht