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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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24560Das ist wohl eine wichtige Betrachtung, denkt hiergewiß mancher erfahnere Mensch unter uns, der esschon lange bedauert hat, daß so manche Tugend dervorigen Zeit verschwunden ist; indeß vielleicht man-chem Jüngern unter uns diese Betrachtung nichtansteht. Aber eben dies möchte es wohl beweisen,daß ich in dem, was ich behaupten werde, nichtUnrecht habe. Erwarte aber Niemand, daß ich diereiche Materie erschöpfen werde; ich nehme für dies-mal nur auf einige wenige Fehler Rücksicht und kannauch über diese in der beschränkten Zeit nur sehrweniges sagen. Der Geist der Wahrheit leite undsegne aber unser Nachdenken!.I. In der Reihe der Fehler, auf die wir beyder Erziehung unsrer Kinder heut zu Tage vorzüg-lich Rücksicht zu nehmen haben, steht die Vergnü-gungssucht mit Recht oben an. Einst war eineZeit, wo man seinen Kindern gern einen gewissen fin-stern schwermüthigen Ernst einflößte. Unsre Vorfahrenſahen es gern, wenn die Jugend in ſteter Stille bliebund aus einem trüben Dunkel, worin sie lebte, niehervortrat. Alle Ermahnungen der Eltern, alleZucht in den Schulen, alle religiösen Belehrungenvon Seiten der Prediger zweckten dahin ab, diesenErnst zu begründen und zu unterhalten. Ja selbstMiene und Gebehrden, Kleidung und Anstand der