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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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250 φVII. hinzufügen, daß das heil. Abendmahl auchüberhaupt ein Mahl zur Belebung und Er-wärmung unsers Herzens für Pflicht undTugend ſey. Brodt, welches wir da genießen,dient zur Ernährung des Körpers, und Wein, denwir genießen, zur Stärkung desselben. So soll derGedanke an Jesum, den wir bey der Feyer desselbendenken, die guten Gesinnungen unsers Herzens näh-ren und unsern Tugendeifer stärken. Wie könnte esauch wohl bey einer würdigen Abendmahlsfeyer an-ders seyn, als daß das Herz ermuntert würde, allemGuten nachzustreben. Denn vergegenwärtigt uns die-selbe das Bild des Gekreutzigten, so erblicken wir jaan demselben die Tugend in ihrer schönsten Klarheit.Eine Tugend, die so lauter ist in ihren Quellen,nicht aus Eigennutz und Ehrsucht, sondern nur ausGehorsam gegen Gott und sein Gesetz und aus lau-trer Liebe entspringt; eine Tugend, die so männlichund stark ist im Kampf gegen Versuchung undSchwierigkeit, nie zagt und zweifelt; eine Tu-gend, die so muthig ausdauert, mit der entschlos-sensten Standhaftigkeit bis ans Ende verharrt;eine Tugend, die sich selber stets so gleich bleibtund unter allen Umständen dieselbe ist: es ist nichtmöglich, eine solche Tugend zu erblicken und sichlebhaft vorzustellen, ohne es inne zu werden, daßgrade eine solche die hohe Würde sey, die der Mensch