#22lichen Brodts willen in steter Anstrengung, und we-gen der Zukunft in Furcht und Besorgniß; es drückt siedabey vielleicht noch gar mancher heimliche Kummer, derihre Seele trübt: wie traurig ist es, daß solche Ge-plagte durch ihre Sorgen so ganz und gar aus sichselbst herausgerissen werden und ihres höhern Berufsvergessen müssen! Gedenken wir vollends der übri-gen, die in steter Zerstreuung ihr Leben verbringen,die ihre Tage im Geräusche der Welt, im Getümmelder Menschen, im fröhlichen Genusse sinnlicher Ver-gnügungen vertaumeln: o wie völlig fremd müssensich diese Zerstreuten werden und wie müssen sie sichganz und gar aus den Augen verliehren! Ist es nichtnatürlich, daß der Mensch unter solchen Umständenendlich seiner selbst und seiner höhern Bestimmungvergißt, die Würde verkennt, wornach er strebensoll, der Pflichten nicht achtet, die er zu üben hat,sich verirrt, an Geist und Herz sich immer mehr ver-schlimmert, bis er endlich ohne Selbstbewustseyn sei-nen Neigungen und der Willkühr der Menschen umsich her preisgegeben ist? O meine Freunde, wiewohlthätig kömmt uns da eine solche Feyerlichkeit zustatten, die uns veranlaßt und so zu sagen nöthigt,einmal in uns selbst zu gehen! und wie ehrwürdigmüssen wir auch in dieser Hinsicht das Abendmahl desHerrn finden, wodurch Tausende von Menschen, wel-25.1. P
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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