224§5Andenken ein Fest zu halten: und wir verstehen seineStiftung nicht, verstehen seine Liebe nicht!...V. — Viertens, meine Freunde. — Wir müß-ten das heilige Abendmahl billigst auch dann schonfür eine ehrwürdige Stiftung halten, wenn es auchblos eine feyerlichere Veranlassung zueiner ernsten Sammlung unsers Ge-müths und zur Einkehr in uns selbstwäre. Denn wer sieht es nicht ein, daß wir einersolchen von Zeit zu Zeit gar sehr bedürfen. Hat dochim Leben des Menschen ein jeder Tag seine Plageund ist doch auch das köstlichste Leben voll Mühe undArbeit. Die Meisten sind tagtäglich von Geschäftenihres Berufs überhäuft und können fast nichts andersbedenken, als wie sie dieselben vollbringen wollen;kaum haben sie die eine Arbeit vollbracht, so trittschon wieder eine andere ein; kaum können sie amEnde des einen Tages und seiner Mühen sich zurRuhe legen, ohne noch vorher die Arbeiten des fol-genden Tages zu überlegen: wie wenig Muße bleibtihnen dabey übrig, auch ihrer selbst eingedenk zu wer-den und die höhern Arbeiten ihres Geistes und Her-zens zu besorgen! Wie viele Andreffind sogar vonquälenden Sorgen beunruhigt; sie können fast nichtsim Sinne haben, als wie sie ihre und der IhrigenBedürfnisse befriedigen wollen; sie leben um des täg=
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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