26✋⁰che die meiste Zeit ihres Lebens unter Arbeiten, Sor-gen und Vergnügungen zerstreut leben, von Zeit zuZeit einmal zur Einkehr bey sich selbst gebracht wer-den! Ja, am Altare Christi wenigstens erhebt sichdoch ihr Gemüth zu höhern Gedanken; da bestunensie sich aus dem Taumel, worin sie durch ihre stetenZerstreuungen gehalten werden; da entschlagen sie sichder gewohnten Sorgen und fühlen einmal sich selbstund das was höher ist als Nahrung und Kleidung;da erblicken sie sich einmal in dem wahren Zustandeihres Herzens; die feyerliche Andacht nöthigt sie da,sich einmal über den Tand der Erde zu erheben undden Gott zu ahnden, in dem sie leben, weben undſind; da wird ihr Geiſt edlern. Gedanken und ihrHerz edlern Empfindungen geöfnet, die einen heilsa-men Eindruck auf sie machen und zurücklassen müssen.Sey uns darum gesegnet, Altar des Herrn; du hastmanchem Menschen den höhern Sinn gerettet, man-chem Menschen seine Pflicht zu Gemüthe geführt, inmanchem Menschen heilsame Rührungen und guteEntschließungen hervorgebracht, manchen Sünder ausseinem Sündenschlafe geweckt und manchen Verirrtenvor dem Verderben bewahret. Ja, darum sey unsvon Herzen gesegnet, Altar des Herrn! —VI. Doch das Mahl, welches wir an diesemAltare feyern, hat noch eine andre und höhere Be-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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