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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
219
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219Shaben; voll schmerzlichen Gefühls über die Nothwen-digkeit, sich in das Schicksal, welches ihm verblen-dete, irregeleitete Menschen bereiteten, zu ergeben,und mit seinem Leben ein blutiges Opfer zu bringen;voll wehmüthiger Zärtlichkeit beym Anblick derer, dieum ihn her saßen! Und diese, so voll banger Erwar-tung der schrecklichen Dinge, die kommen sollten; soniedergebeugt von dem schmerzlichen Vorgefühle, daßsie nun bald ohne ihren Freund seyn würden; so un-bestimmt in ihrem Gemüthe, wie sie der Zukunft ent-gegengehen und wie sie ihr apostolisches Werk wirkeywollten! ... Da flammt, als sie das Mahl genossenhaben, auf einmal das ganze Feuer seiner unbegränz-ten Liebe zusammen. Er nimmt von dem übrigge-bliebenen Brodte, betet drüber, bricht es und giebtes ſeinen um ihn her ſitzenden Jüngern. Nehmet, eſſet,das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, spricht er.Er nimmt von dem übriggebliebenen Weine, betetdrüber und reicht ihnen denselben im Kelche. Neh-met hin und trinket alle daraus, spricht er, dieserKelch ist das neue Testament in meinem Blute, wel-ches für euch vergossen wird. Thut das, was ichhier thue, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß!Diese seine Stiftung, meine Mitchristen, ist es, diewir bey der Feyer unsers Abendmahls ehren; Seinenletzten Willen vollbringen wir; Sein Testament füh-ren wir aus; was er aus inniger Liebe zu den Sei-