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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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22055nen am letzten Abend seines Lebens von uns wünschte,das erfüllen wir. O wer, dem Jesus selbst theuerst, könnte gegen seinen letzten Wunsch gefühllos blei-ben? Müßten wir nicht wenig, sehr wenig Liebe ha-ben, wenn uns nicht das Abendmahl, als die letzteStiftung seiner Zärtlichkeit gegen uns, ehrwürdig undwichtig wäre?IV. Noch dazu ist es nach seinem ausdrücklichenWillen ein Gedächtnißmahl seiner groß-müthigen und wohlthätigen Aufopfe-rung für die Welt. Thut das zu meinem Ge-dächtniß, spricht er zu seinen Jüngern, indem erihnen das gebrochene Brodt und den ausgegossenenWein hinreicht. Er will ihnen zu verstehen geben,daß wie dieses Brodt gebrochen sey, so nun auch baldſein Leib am Stamme des Kreutzes werde hingeopfertwerden, und wie dieser Wein ausgegossen sey, sonun auch bald sein Blut werde fließen müssen, unddas geſchehe für ſie und für Viele. Bey der Feyerdes Abendmahls im Sinne des Stifters vergegenwär-tigen wir uns daher Jesum nicht blos als den Edel-sten unsers Geschlechts, als den erhabensten und ver-dientesten der Lehrer, sondern auch als einen groß-müthigen Wohlthäter, an dessen Wohlthaten wir selbstAntheil haben. Denn, daß wir nicht mehr knechtischvor einem erzuͤrnten Gotte zittern, wem verdanken