⁵⁰201welches seinen Gott und die ferne Zukunft ahndet,mit seinen heiligen Ahndungen nicht übersehen werde;daß wir auch fühlen lernen die Kraft der Wahrheit;daß das Herz im steten schönen Bunde mit dem Ver-stande und der Glaube an das Unsichtbare nicht todtin uns bleibe, sondern beydes uns heilige in unsermganzen Wandel! Wir waren weiland Finsterniß;(Ephes. 5, 8. 9.) nun aber sind wir im Lichte desHerrn: darum lasset uns auch wandeln, wie die Kin-der des Lichts!IV. Ich werde endlich noch eine vierte Betrach-tung hinzusetzen müssen. — Man versteht unter Re-ligion auch zuweilen wohl den religiösen Sinnund Wandel. So nimmt man das Wort Reli-gion, wenn man von einem Menschen sagt: er habeviel oder wenig Religion. Wenn man in diesem Sin-ne über Religionsverfall klagt, so würde dies nichtsanders heissen, als behaupten, daß sich der für Men-schen geziemende, den Geboten Gottes angemessene,Sinn und Wandel weniger mehr finde, daß die Men-schen jetzt nicht mehr so gut und fromm seyen, unddas Gesetz, welches uns Gott durch Vernunft undBibel vorgeschrieben hat, immer mehr aus den Augensetzen. — Das ist wohl nicht unerhört, daß manauch in diesem Sinne über die Verschlimmerung desReligionszustandes Klagen führt; das ist wohl nichtselten, daß man unser Zeitalter der Gottesvergessen-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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