20240heit und Irreligion beschuldigt. Wie könnte manauch anders, wird Mancher denken! Wo ist denn derEifer, den unsre Vorfahren für die Religion bewie-sen? Wo ist die Theilnahme, womit sie alles, wasauf die Religion Beziehung hatte, betrachteten undbehandelten? wo ist die Lust und Liebe zur Erkennt-niß der Religion? wo ist die Aufmerksamkeit, womitman sonst die Religionsvorträge anhörte und durch-dachte? wo ist die Sorgfalt der Eltern, ihre Kinderzur Schule und zur Kirche anzuhalten? wo Gebetund Danksagung? wo die Ehrfurcht gegen Kircheund Altar? wo die Anhänglichkeit an Jesu und sei-nen Stiftungen? Ist nicht an die Stelle dieses war-men Eifers, dieses innigen frommen Sinnes, Gleich-gültigkeit, Kälte und eitler Sinn getreten? — Wir müs-sen es zugeben m. Fr., daß der Geist der Zeit vonder vormaligen religiösen Stimmung allerdings Vieleshinweggenommen hat. Aber zweyerley laßt michfragen. Erſtens, iſt alles, was wie religiöſer Sinnaussieht, wirkliche Religiosität? Wenn Jemand sichso eifrig zum Tempel und zum Altare hält, thut erdas immer aus wirklicher Freude am Nachdenken überreligiöse Angelegenheiten und wirklich in der Absicht,sich in der christlichen Tugend zu stärken? mag esnicht Mancher blos aus Gewohnheit, Mancher ausScheinheiligkeit, Mancher aus Gewissensangst, Man-cher wohl gar nur darum thun, um sich nach seinen
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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