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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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✋⁶192jetzt mehr Nahrung für Geist und Herz in demselben,als jene unmündigern Christen Nahrung für ihreSinne und für ihre Einbildungskraft darin fanden?Entspricht die nunmehrige Einrichtung des Gottesdien-stes den Bedürfnissen unsers Geistes, unsers Herzensund unsers Geschmacks besser, als die vormalige Ein-richtung den Bedürfnissen der damaligen Menschen?Lasset es uns doch gestehen, m. Fr., daß die Klageüber den Verfall des öffentlichen Gottesdienstes aller-dings gegründet sey und daß sich in diesem Punkteder Religionszustand allerdings verschlimmert habeund sich noch mehr zu verschlimmern drohe. Mag esseyn, daß noch recht Viele in unsrer Mitte ihre Freudedaran finden, in unsern Versammlungen zu erschei-nen; mag es seyn, daß unter uns auch der Vornehmereund der Gelehrtere sich nicht allein nicht schämt, son-dern auch für seine Pflicht erachtet, den öffentli-chen Gottesdienst als eine ehrwürdige und heiligeAngelegenheit zu ehren; mag es seyn, daß ihr,r werdendegeliebte Freunde, Klagen über leerKirchen sehr selten von dieser Stätte höret: wiewollten wir aber wohl den wirklichen Verfall desGottesdienstes läugnen können, wenn wir nur dasEine bedenken, daß ſich die Zahl der jährli-chen Communicanten in einem Zeitraum vonungefehr dreyßig Jahren von 1226 bis auf 371,ich sage von 1226 bis auf 371 vermindert ha-