190⁸⁸in dieser gottesdienstlichern Zeit trotz manchen Unfugs,der durch Eigendünkel und geistlichen Hochmuth her-vorgebracht werden mochte, doch mehr Friede in denHäusern, mehr Eintracht zwischen Eheleuten, mehreLiebe zwischen Geschwistern, mehr elterliche Sorgfaltin der Erziehung der Kinder, mehr ArbeitsamkeitOrdnung und Treue bey Dienstboten, mehr Verträglichkeit zwischen Nachbarn zu herrschen: und es istnicht zu läugnen, daß mit dieser häuslichen Erbauunggar Vieles aus unsern Hütten und Herzen verlohrengegangen ist. — Werfen wir einen Blick in unsre christ-lichen Tempel: was wollen wir dazu sagen', wenn unsdiese in Vergleich mit den vorigen Zeiten so leer erschei-nen? wenn wir da der Menschen nur so wenige finden,die in öffentlicher Versammlung ihren religiösen Sinnbeweisen? Muß uns diese Erfahrung nicht um somehr befremden, da wir doch meynen, daß das Kir-chenwesen verbessert worden sey, und daher vermu-then sollten, daß die Theilnahme an dem verbessertenGottesdienste größer seyn würde? In der That rüh-men wir uns nicht ohne Grund einer gereinigten undnoch immer fort sich reinigenden Kirche; es kleben ihr vie-le vormaligen Mängel und Gebrechen nicht mehr, oderdoch nicht mehr in dem Grade an. Wenn der Gottesdienstvormals mit Ceremonien und Spielwerk gar zu ſehrüberladen war: so sehen wir es jetzt schon auf den erstenBlick, daß man bereits deutlicher einsehe, Gott müsse
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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