1595Mensch kurzsichtig und schwach ist, aber Gott mitseinem Wissen und Walten die ganze Welt er,füllt!II. Aber der Gottesdienst, der Gottes-dienst! höre ich klagen. Und wer stimmt nicht vonGrund seines Herzens in diese Klage mit ein? Jawir müssen es bekennen, daß wir in diesem Stückenicht allein von unsern Vorfahren, sondern auch nochjetzt von vielen unsrer Brüder, die wir in Ansehungreligiöser Einsichten und Kenntnisse wohl weit über-Der Gottesdiensttreffen mögen, übertroffen werden.ist allerdings in Verfall gerathen, der öffentliche wieder häusliche. Vormals galt noch häusliche Erbarstung; man unterredete sich im Familien- und Freun-dekreise über die heiligen Angelegenheiten des Geistesund Herzens; man schämte sich nicht, religiöse Schrif-ten gemeinschaftlich zu lesen, in religiösen Gesängendas Herz zu erheben, in demüthigem Gebete das Ge-müth zum Guten zu stimmen; man schämte sich nicht,seine Hausgenossen in der Früh= und Abendstundezur Andacht zu versammeln und mit ihnen in gottse-liger Eintracht den Herrn zu preisen, der da Kraftgiebt zur Vollbringung des Tagewerks, und Schulzgegen Gefahren, und Trost fürs leidende Herz, undNahrung und Kleidung, und die Ruhe der Nacht unddas Sonnenlicht des Tages. Es schien darum auch
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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