⸸188bis einf unsre Tage hin wohlthätig auf des MenschenHerz gewirkt und seinen Sinn vor mancherley Ver-blenlungen gesichert hat? — So, m. Fr., zeigte sichimmer zur rechten Zeit die Hand Gottes, wann Men-schen seiner Hülfe bedurften; so kam ihnen immerTrost und Licht, wenn sie bey zunehmendem Sitten-verderbniß der Religion wegen besorgt waren. Ent-weder hatte sich die Vorsehung einzelne Menschen auf-bewahrt, welche gegen die einreissende Gleichgültig-keit desto mehr Eifer, gegen die überhand nehmendeKälte desto mehr Wärme, gegen den herrschendwer-denden Unglauben und Spott desto mehr Glaubenund Freymüthigkeit in ihren Herzen aufbewahrten,um zu seiner Zeit aus ihrer Fülle der armen Mensch-heit mittheilen und ihren Bedürfnissen aus ihremUebermaaß abhelfen zu können. Oder Gott gab derSache ganz unvermuthet eine ganz neue Wendung.— O, wenn dies vielleicht auch jetzt der Fall wäre!wenn wir bey unsern Klagen und Befürchtungendie wirksame Hand Gottes vielleicht übersähen, seinenahe Hülfe vielleicht nicht ahndeten! — wenn wievielleicht auch jetzt neben der Finsterniß das Licht,neben der Kälte die Wärme, neben dem Blendwerkdie Wahrheit, neben den Baalspfaffen die Verehrerdes Ewigen, in dem Kampfe die Entſcheidung zumSiege nicht bemerkten! — Es liegt wenigstens einnicht unbedeutender Trost in dem Gedanken, daß der
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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188
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