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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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187
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40187klagte der Apostel in unserm Texte und eben so klag-ten die übrigen Apostel auch, wenn sie an dem Sit-tenverderbniß ihrer Zeit ein mächtiges Hinderniß er-fuhren, welches der Ausbreitung der Religion ihres Mei-sters im Wege stand. Aber drang diese Religion nichtdarum doch durch? fand sie nicht überall noch freyen,unerwartet freyen Eingang in menschliche Gemüther? So klagten viele weiſe und gute Männer in jenenZeiten des Aberglaubens, da das Licht des Evangeli-ums durch unglückliches heilloses Werk von Menschen-händen versteckt ward und schrecklicher Geistesdruckdie Menschen um alle ihre Ruhe und Würde zu brin-gen drohte. Aber ward nicht das Licht bald wiederhervorgezogen? traten nicht Männer Gottes auf, einHuß, Wiclef, Luther, Zwingli, Calvin, Melanchton2c. 2c. welche die Fesseln zerschlugen und die frey-machende Wahrheit auf den Dächern predigten?So seufzten einst der Menschen Viele unter der Dürreeines unfruchtbaren Formelnwesens, worin die Wei-sen der Zeit die Religion des Herzens vergraben hat-ten und die Religion schien ihrem völligen Falle ganznahe zu seyn. Aber erweckte nicht der Herr bald wie-der Männer, die, wie Franke, Spener, Zinzendorf2c. 2c., das Herz reden ließen und die vergrabeneReligion mit der unwiderstehlichen Sprache diesesHerzens von den Kopfgelehrten wiederforderten? undist nicht deren Frömmigkeit eine Kraft geworden, die