184⁵⁰Klagen führten, so thäten wir ja sehr vielen unsererMitmenschen durch unsre harten Urtheile Unrecht.Wenn wir ohne hinlänglichen Grund Verschlimmerungbefürchteten, dann ängstigten wir ja uns und vieleAndern vergebens. Wenn wir unnöthiger Weise dieseKlagen und Befürchtungen laut werden ließen, sokönnten wir ja bey manchem sogar den Verdacht er-wecken, als wenn die Religion, die in unserm erleuch-teten und kenntnißreichen Zeitalter in so tiefen Verfallgerathen, wirklich nicht die ehrwürdige göttliche Weis-heit sey, wofür man sie bisher hielt, und würden durchdie Erregung eines solchen Verdachts sogar noch Meh-rere geneigt machen, der Religion abtrünnig zu wer-den. Wohl verlohnt es sich darum der Mühe, dieaufgeworfene Frage in Ueberlegung zu nehmen. Fin-den wir dann unsre Klagen und Befürchtungen wirk-lich gegründet: nun, dann wissen wir doch wenigstensbestimmter, woran wir sind; dann haben wir nachzu-forſchen, woher dieſe Verſchlimmerung des Religions-zustandes rühre; dann haben wir darauf zu sinnen,wie dem Verderben zu begegnen, auf eine kluge undsichere Art zu begegnen sey. Der Geist der Wahr-heit leite unser Nachdenken!(Gesang.)I. Das haben die Menschen wohl zu sehr ver-schiedenen Zeiten behauptet, daß es noch nie so schlimm
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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