153#ist ein offnes Grab; mit ihren Zungenhandeln sie trüglich; Otterngift ist unterihren Lippen; ihr Mund ist voll Flu-chens und Bitterkeit; ihre Füße sind ei-lend, Blut zu vergießen; in ihren We-gen ist eitel Unfall und Herzeleid, undden Weg des Friedens wissen sie nicht. Esist keine Furcht Gottes vor ihren Augen!Ihr wiſſet wohl, was man mit ſolchen Klagensagen will, das nemlich: es stehe nicht mehr so gutum die Religion, als vormals, und es werde immertrauriger um dieselbe werden. — Aber, sollten dieseKlagen auch wohl ganz gerecht seyn? sollte diese Be-fürchtung auch wohl Grund genug haben?Sollte es sich in Ansehung des Religi-onszustandes wirklich immer ver-schlimmern?Lasset euch diese Frage, die in der gegenwärti-gen Andachtsstunde unſer Nachdenken beſchäftigensoll, nicht befremden: es giebt Andre, welchegerade das Gegentheil behaupten und uns versichernwollen, daß das Werk der Kirchenverbeſſerung erſtjetzt in seinem völligen Glanze und das EvangeliumJesu erst jetzt in seiner völligen Reinheit und Lauter-keit erscheine. Wenn wir wirklich ungegründete
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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