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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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178
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178Wille Gottes, unsre Heiligung, kann und wird inErfüllung gehen, und der gute Mensch braucht nichtzu verzagen, wenn er an den Pforten des Todes nochUnvollkommenheiten fühlt. Seines Herzens Wunschwird erfüllt und sein edles Streben nicht vereitelt wer-den; denn er wandelt ewig auf einer nimmer zu en-denden Bahn. Sein von seinem Herzen ihm gelehr-ter und von Jesu bestätigter Glaube an das ewigeLeben macht es ihm begreiflich, daß er werden kann,was er werden soll. Dieser sein Glaube giebt ihmLust, Muth, Freudigkeit und Kraft zu allem Guten;dieser sein Glaube ermuntert ihn, wenn er ermüden,stärkt ihn, wenn er verzagen, erheitert ihn, wenner trauren will.Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht,dich durch die Macht der Finsteruis zu reissen!Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht?bedenke, was für Kraft uns Gott verheissen!Wie gut wird's sich doch nach der Arbeit ruhn,wie wohl wird's thun! *)1) Diese, wie die beyden vorhin angeführten Strophen, sindaus einem alten, geistvollen und durchaus poetischen Lichtdes Essenschen Gefangbuchs hergenommen, welches dort mitmehrern andern (z. E. 254. 43. Ju. m. a.) als eine Perle im Staubeliegt und es vor vielen andern Kirchengesängen verdiente, auf-gehoben und gereinigt zu werden. Auch die Melodie desselbenist vortreflich und macht, wenn sie unter der Begleitung einesvolltönigen Orgel und, wie bey uns, unter der Directioneines mächtigen Sängers gesungen wird, einen ungemeinenEffert.