∆∆17.sind, um diese Würde zu erreichen, die siebenzig oderachtzig Jahre unsrer irrdischen Wallfahrt lang genuggewesen?. Müssen nicht auch die besten Menschen, dieein langes Leben hindurch mit stetem Eifer in sich und umsich Gutes gewirkt haben, zuletzt dennoch gestehen, daßsie noch etwas Besseres und Höheres wissen, als das,was sie in sich selbst wahrnehmen, und daß sie nochimmer einen Drang in sich fühlen, dieses Bessere undHöhere zu erstreben? Wann sollten doch, wenn hin-ter dem Grabe kein Land, jenseits des Todes keinLeben mehr wäre, wann sollten dann doch die Män-gel ergänzt, die Gebrechen geheilt, die Flecken ver-wischt, die Schwächen aufgehoben, und die Menschenzu ihrer eigentlichen Würde erhoben, zu dem Ziele,welches ihnen Gott gesteckt hat, hinangeführt werden?Traurig, traurig wäre es, wenn mit dem Vorgefühleseiner höhern Würde, mit dem unbefriedigten undunwiderstehlichen Drange darnach, und mit dem Be-wußtseyn seiner Unvollkommenheit der edle Menschfür immer und ewig zu Grabe gehen sollte! Gottsey Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsernHerrn Jesum Christ! Nun fürchten wir nicht denStachel des Todes und nicht die Schrecken des Gra-bes. Wir bleiben, auch wann der Tod uns hinwegnimmt, auf dem Wege zur Tugend und können un-aufhörlich hinansteigen zu der Höhe, die uns gewiesenund die zu ersteigen unser Herz gedrungen ist. DerM
Druckschrift
Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten