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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
176
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17650Und eben darum hat er diese Tugend als die höchsteBestimmung, die er schlechterdings erstreben soll, unddas Streben darnach als seine unerläßliche Pflicht,als den Willen Gottes anzusehen. Ach, m. Fr.,wenn wir uns vom Thoren oder Frevler unsern Glau-ben an ewiges Leben rauben lassen; dann kömmtGott mit uns, seinem Werke, und dann kommen wirmit uns selbst in einen unauflöslichen Widerspruch.Dann hätten wir Gesetze, die wir durchaus befolgensollen und durchaus nicht befolgen können; einen Ge-setzgeber, dem wir durchaus gehorchen sollen unddurchaus nicht gehorchen können; Kräfte, mit denenwir durchaus wirken sollen und durchaus nicht wirkenkönnen; Triebe, die wir durchaus befriedigen sollenund durchaus nicht befriedigen können; Anlagen, diewir durchaus entwickeln sollen und durchaus nicht ent-wickeln können; Geschäfte, die wir durchaus voll-bringen sollen und durchaus nicht vollbringen können;ein Tagewerk, ein von Gott dem Allweisen auferleg-tes Tagewerk, welches wir durchaus vollenden sollenund durchaus nicht vollenden können! Denn wer,ich bitte euch, wer hat auf dem kurzen Wege zumGrabe jemals das zu Stande bringen, das leistenkönnen, wozu Anlage und Trieb in ihm war? Werhat es je in der Tugend zu derjenigen Reinheit, Stär-ke, Standhaftigkeit und Größe bringen können, wo-zu wir es zu bringen uns bestimmt fühlen? Wem