⁵⁰174unsers Gewissens; und von einer solchen Tugend ha-ben wir das musterhafte Vorbild an dem, dem Gottdarum einen Namen gegeben hat, der über alle Namenist. Aber eine solche Höhe der Tugend zu erreichen,das will viel sagen; das Ziel, welches uns hiemit ge-steckt ist, steht sehr weit und hoch! Denn siehe, nachdiesem vollendeten Muster, welches unserm Geistegegeben ist, darf nicht mehr seyn jene Unlauterkeit,die das zu vollbringende Gute nach dem Vergnügenund nach den Vortheilen, die es verspricht, berech-net; — darf nicht mehr seyn jene Schwachherzigkeit,die nur so lange Gutes thun will, als es ohne Mühe,Kampf und Aufopferung geschehen kann; — darfnicht mehr seyn jenes Schwanken zwischen Neigungund Pflicht, zwischen Eigennutz und Rechtthun;darf nicht mehr seyn jene Beschränktheit und Engher-zigkeit, die von der Tugend das Eine thut und dasAndre läßt, die eine Pflicht erfüllt, die andre über-tritt; — darf nicht mehr seyn jene Unstetigkeit, dieheute arbeitet, morgen ruht, heute liebt, morgenhaßt, heute warm, morgen kalt ist; — darf nichtmehr seyn Trägheit, Weichlichkeit, Gleichgültigkeit,Unbeständigkeit, Wankelmuth; — darf nicht mehrseyn kindische Anhänglichkeit am Spielwerke der Erde,kleinlicher Hang zu sinnlichen Vergnügungen, Unbe-stimmtheit im Trachten nach dem, was droben ist.Sondern, nach Jesu Vorbild soll der Mensch aus
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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174
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